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Slafa Kafi

Eine junge Stimme der syrischen Literatur – 16-jährige Autorin Slafa Kafi plädiert für Mut zum Umdenken

Slafa Kafi

Bild: Mit gerade einmal 15 Jahren veröffentlicht die Syrierin Slafa Kafi bei tredition ihren Debütroman in deutscher Sprache.

Die gerade einmal 16-jährige Autorin Slafa Kafi ist ein Ausnahmetalent. In ihrem jungen Leben hat sie bereits viel mitgemacht. Mit ihren Eltern musste sie – mit gerade einmal zehn Jahren – 2012 aus dem vom Krieg gebeutelten Syrien nach Deutschland, ins Allgäu, fliehen. Dort war es für die junge Frau endlich möglich, zur Schule zu gehen. In ihrer neuen Umgebung hat sich Slafa sehr gut eingelebt und besucht heute die neunte Klasse eines Gymnasiums. Sie lernte schnell Deutsch, aber auch andere Sprachen wie Englisch, Französisch und Spanisch. Jetzt hat sie sogar nur wenige Jahre später ihr erstes Buch auf Deutsch veröffentlicht: „Zwei Sekunden“. 

In ihrem eindrucksvollen Debütwerk, das gerade bei tredition veröffentlicht wurde, schildert sie eine Flucht aus Pakistan. In ihrem autobiographisch gefärbten Roman, der dennoch fiktiv angelegt ist und nicht Slafa Kafis eigene Geschichte erzählt, stellt sie Ängste und Hoffnungen der Neuankommenden in den Mittelpunkt. Kafis sensibel erzählter Roman liefert neben einer packenden, auf wahren Begebenheiten beruhenden Geschichte auch das Plädoyer der jungen Autorin für ein Umdenken. Es ist ihr ein zentrales Anliegen, auch die andere Seite zu zeigen, um ein Gesamtbild einer Situation zu erhalten. Ihr Buch ist als Denkanstoß gedacht, der dazu anregen soll, über den eigenen Tellerrand und die eigenen Vorurteile hinauszuschauen und mehr Offenheit und Toleranz zu wagen. Dies gelingt der jungen Autorin eindrucksvoll, denn Slafa Kafi bringt uns ein fremdes Universum ganz nah. Die tredition-Redaktion hat zu diesem Anlass mit der Jungautorin gesprochen und sie zu ihrem eindrucksvollen Debütwerk befragt. 

 

Erfahren Sie im Interview alles über:

  • Die traumatischen Erlebnisse einer Flucht
  • Das besondere Buch über Krieg und Vorurteile
  • Die Möglichkeiten des Self-Publishing
  • Das Vorgehen beim Marketing
  • Die Bedeutung von Standhaftigkeit und den Glauben an das eigene Werk

Das Interview

Vom Flüchtling zur Buchautorin

Ich wünsche mir, dass mein Buch zum Nachdenken inspiriert und auch die andere Seite aufzeigt.

tredition: Sie stammen aus Syrien. Aufgrund des Bürgerkriegs in ihrer Heimat sind Sie vor einigen Jahren mit ihren Eltern und ihrem Bruder nach Deutschland gekommen. Haben Sie noch Kontakt zu Verwandten in Syrien?

Slafa Kafi mit Buch

Bild: tredition-Autorin Slafa Kafi hat in jungen Jahren selbst eine Flucht aus dem Heimatland erlebt.

Slafa Kafi: Ja, manchmal geht das noch, aber leider nicht immer.

tredition: Die Situation in Syrien ist fataler denn je … haben Sie es aufgegeben, zu hoffen, dass die Situation sich verbessert, und Sie sogar wieder zurückgehen können?

Slafa Kafi: Ehrlich gesagt, schon lange. Selbst wenn es sich verbessern sollte, wird es meiner Meinung nach nie wieder so sein, wie es früher einmal war.

tredition: Sie sind gerade einmal 15 Jahre alt und haben bereits eine Flucht aus Ihrem Heimatland hinter sich und darüber ein Buch geschrieben! Wie ist das Buch entstanden?

Slafa Kafi: Das Buch hat eigentlich nichts mit meiner eigenen Lebensgeschichte zu tun. An manchen Stellen konnte ich zwar ein bisschen eigene Erfahrungen reinbringen, jedoch ist es eine erfundene Geschichte. Es ist dadurch entstanden, dass ich nach der Flüchtlingswelle sehr mit dem Thema beschäftigt war und eben auch was dazu sagen wollte.

tredition: Hatten Sie das Bedürfnis, die traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten?

Slafa Kafi: Irgendwo schon. Aber wie gesagt, so lief meine Flucht nicht ab.

Slafa Kafi mit Buch draußen

Bild: Die junge Autorin Slafa Kafi schreibt ein Buch über Flucht, das zwar autobiographisch angelegt ist, aber nicht ihre eigene Geschichte wiedergibt.

tredition: Können Sie die Geschichte von „Zwei Sekunden“ einmal in wenigen Sätzen zusammenfassen?

Slafa Kafi: Im Roman „Zwei Sekunden“ geht es um eine Familie, die schon einiges hinter sich gebracht hat. Es dauert aber nicht lange, bis die Familie wieder in Schwierigkeiten gerät. Diesmal getrennt. Die Mutter muss sich mit ihrer kleinen Tochter alleine auf die Flucht ins Ausland begeben. Dort angekommen hören die Sorgen nicht auf. Neben Heimweh und Sehnsucht nach dem Mann, muss die kleine Familie auch Rassismus und Hass überstehen. Irgendwann scheint alles sich zu verbessen, doch dann wendet sich wieder alles dem Schlechten zu und die kleine Familie muss sich wieder auf eine neue Flucht begeben.

tredition: Was unterscheidet Ihr Buch von anderen Büchern über Krieg und Flucht?

Slafa Kafi: Ich glaube, der Unterschied liegt darin, dass ich selbst Flüchtling bin. Ich habe es auch durchgemacht, zwar nicht auf so eine dramatische Art, aber das Prinzip war gleich.

tredition: Welche Rückmeldungen haben Sie bisher von Lesern auf Ihr Buch erhalten?

Slafa Kafi: Bisher habe ich zum Glück nur positives Feedback bekommen.

tredition: Was würden Sie sich für die Zukunft für Ihr Buch und den Inhalt wünschen?

Slafa Kafi: Dass es weiterhin so gut bei den Lesern ankommt und dass ich damit auch wirklich Menschen wieder zum Nachdenken bringen kann.

tredition: Sie haben bereits eine eigene Lesung organisiert, wie ging das vor sich und welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Slafa Kafi: Ja, meine Lesung fand am 13. April statt und es wurde wirklich ein sehr schöner Abend. Das Publikum war begeistert und ich habe meine Ängste vor Auftritten erfolgreich abgeschüttelt.

Für Autoren, die gerne selbst Entscheidungen treffen möchten, ist Self-Publishing wirklich eine großartige Möglichkeit.

tredition: Wie geht es mit Ihnen und Ihrem Buch nun weiter? Was sind Ihre Pläne?

Slafa Kafi: Ich hoffe, ich werde weiterhin viele Menschen mit dem Buch begeistern können und vielleicht schaffe ich es ja irgendwann, das Buch in eine andere Sprache zu übersetzen. Nebenbei werde ich dann hoffentlich mit einem neuen Buch beginnen.

tredition: Wie sehen Sie die Zukunft, können Sie sich vorstellen, wie sich die Situation der Flüchtlinge, die nach Deutschland gekommen sind, entwickeln wird? Sind Sie optimistisch, dass sich diese Menschen und die Menschen, die hier leben, miteinander arrangieren werden?

Slafa Kafi Lesung

Bild: Im April hat Slafa Kafi mit großem Erfolg die erste Buchlesung aus ihrem Werk „Zwei Sekunden“ veranstaltet.

Slafa Kafi: Einige Menschen haben es ja bereits geschafft, ich glaube also schon, dass es auch weitere Menschen schaffen könnten. Jedoch werden nicht alle so weit kommen. Das ist nun mal so. Es wird niemals so weit kommen, dass alle Menschen gleich denken.

tredition: Was ist Ihre Meinung zum Self-Publishing?

Slafa Kafi: Für Autoren, die gerne selbst Entscheidungen treffen möchten, ist das wirklich eine großartige Möglichkeit.

Denkt genau darüber nach, was eure Prioritäten sind.

tredition: Wie kam es zu Ihrer Entscheidung für eine Veröffentlichung im Self-Publishing-Verlag / und warum gerade für tredition?

Slafa Kafi: Ich wollte bei meinem ersten Buch alles selbst in die Hand nehmen. Außerdem wollte ich, dass es schnell geht. Also habe ich mich auf die Suche nach einem Verlag gemacht, der auf meine Wünsche eingehen kann. Und da sah ich tredition als beste Lösung. 

tredition: Haben Sie im Bereich Veröffentlichung besondere Tipps an andere Autoren?

Slafa Kafi: Denkt genau darüber nach, was Eure Prioritäten sind. Falls Euch Schnelligkeit und eigene Meinung wichtig sind, dann ist Selfpublishing das Richtige für Euch.

Auf jeden Fall niemals aufgeben und dran bleiben. Seid stolz auf euer Werk und präsentiert es überall.

Bild: Slafa Kafi bei der Autorenlesung.

tredition: Welche Marketingmaßnahmen haben Sie für Ihr Buch bereits vorgenommen? Hatten Sie von Anfang an einen Marketingplan?

Slafa Kafi: Einen Marketingplan hatte ich nicht und ich muss sagen, im Bereich Marketing habe ich große Unterstützung bekommen. Meine Eltern haben sehr viel erzählt, meine Freunde sind mit Flyern in der Stadt rumgelaufen, auf Social Media wurde für mich Werbung gemacht, Plakate für meine Lesung hingen überall… An dieser Stelle danke an alle, die mich unterstützt haben.

tredition: Was können Sie in Bezug auf das Marketing anderen AutorInnen empfehlen?

Slafa Kafi: Auf jeden Fall niemals aufgeben und dran bleiben. Seid stolz auf Euer Werk und präsentiert es überall. Auch wenn Ihr nicht so große Unterstützung bekommt, bleibt dran.

tredition: Haben Sie weitere Projekte geplant?

Slafa Kafi: Ich bin dabei mit dem nächsten Buch loszulegen. Wer weiß, vielleicht hört Ihr ja bald wieder von mir.

tredition: Liebe Slafa Kafi, wir danken sehr für das inspirierende Gespräch und wünschen Ihnen und Ihrem Buch weiterhin viel Erfolg!

 

Über die Autorin

Slafa Kafi PortraitSlafa Kafi, wurde am 5. Juni 2002 im Nordosten Syriens geboren. Aufgrund des Bürgerkriegs in ihrer Heimat flüchtete sie 2012 mit ihren Eltern und ihrem Bruder nach Deutschland. Im April 2018 veröffentlichte sie ihr erstes Buch „Zwei Sekunden“, das sich mit den Themen Krieg, Flucht und den Folgen daraus auseinandersetzt. Slafa Kafi hat mit dem Schreiben begonnen, weil es ihr ein Anliegen war, Menschen zum Nachdenken zu bewegen und aufzuzeigen, dass es immer wichtig ist, auch die andere Seite der Medaille  zu kennen. In ihrer neuen Heimat hat sich Slafa sehr gut eingelebt und besucht heute die neunte Klasse eines Gymnasiums.

Mehr über die Autorin

Sascha Mané Frontansicht

Kämpfer gegen Terrorismus – Sascha Mané enthüllt ungewöhnliche Blickwinkel zu Krieg und Terror

Sascha Mané Frontansicht

Bild: Der Kampfsporttrainer Sascha Mané bekämpft den missverstandenen Islam und Terrorismus, nachdem er seine Tochter an den fundamentalistischen Islam verlor.

Sascha Mané kann in jungen Jahren schon auf ein bewegtes Leben zurückblicken. Früh beginnt Mané mit dem Karatetraining, wechselte bald zum Shaolin Kung Fu und  Thaiboxen und wird schlussendlich Muay Thai Instructor und bestreitet selbst etliche Kämpfe. Mittlerweile arbeitet er als ehrenamtlicher Kampfsport-Trainer. Bereits früh wird das Thema Terrorismus für ihn zum Lebensthema. Auslöser dafür ist Manés Vater, der in der Zeit des Olympia-Anschlags als DPA-Journalist arbeitet und die Geschehnisse in seiner Familie thematisiert. 2014 bricht das Thema erneut in Manés Leben, als seine Tochter zum Islam konvertiert und in kurzer Zeit immer fundamentalistischer wird.  Als sie im Sommer 2015  heimlich Richtung Syrien verschwindet, reist Mané ihr ins türkisch-syrische Grenzgebiet nach – ohne sie zu finden. Vermutlich hält sie sich immer noch in Syrien auf. Unregelmäßig hält der Vater über Onlinedienste den Kontakt zu seiner Tochter. Und wird nicht müde gegen den falsch verstandenen Islam und Terrorismus zu kämpfen – mit Worten.

Kürzlich ist sein Buch „Die Evolution des Krieges“ erschienen. Sascha Mané zeigt Lesern darin, auf welche Weise sich Kriege im Laufe der Zeit verändert und fortentwickelt haben. In Zeiten des Schreckens des Terrorismus und der weltweiten Terrorbekämpfung ist das Buch aktuell wie nie. Sein Leben und Schicksal haben ein breites Medienecho ausgelöst. Bei Anne Will war der Autor Ende des letzten Jahres als Talkshowgast eingeladen, um über das eigene Schicksal zu berichten und in der renommierten italienischen Tageszeitung La Repubblica wurde Mané sogar international zum Thema.

In einem packenden Interview mit dem Ausnahmeautor erzählt Sascha Mané vom falsch verstandenen Islam und von der Möglichkeit, sein Schicksal durch sein Buch zu verarbeiten.

 

Angesichts der negativen Entwicklungen in der gesamten Welt kann ich die Beweggründe der jungen Menschen sehr gut verstehen. Sie möchten die Welt verbessern und sie gerechter machen. Allerdings halte ich ihre Wahl der Mittel für komplett verfehlt.

 

Sascha Mane mit Trainingsgruppe

Bild: Sascha Mané engagiert sich seit über 20 Jahren als Kampfsporttrainer.

tredition: Lieber Herr Mané, Ihre Tochter ist vor zwei Jahren zum Islam konvertiert, hat sich innerhalb kurzer Zeit radikalisiert und ist heimlich nach Syrien gegangen. Sie sind Ihr nachgereist – vergeblich.

Sascha Mané: Ja, ich habe mehrmals wöchentlich Kontakt zu meiner Tochter über Onlinedienste.

tredition: Haben Sie inzwischen gelernt, mit dieser Situation zu leben?

Sascha Mané: Der Mensch ist sehr anpassungsfähig und kann sich in vielen Situationen zurecht finden. Auch ich habe gelernt mit dieser Situation zu leben.

tredition: Die Situation in Syrien ist fataler denn je … Haben Sie es aufgegeben zu hoffen, dass die Situation sich verbessert und Ihre Tochter wieder nach Deutschland kommt?

Sascha Mané: Die Hoffnung stirbt zuletzt!

tredition: Können Sie die Beweggründe nachvollziehen oder haben Sie die Gründe erfahren, weshalb Ihre Tochter diese Entscheidung getroffen hat?

Sascha Mané: Angesichts der negativen Entwicklungen in der gesamten Welt kann ich die Beweggründe der jungen Menschen sehr gut verstehen. Sie möchten die Welt verbessern und sie gerechter machen. Allerdings halte ich ihre Wahl der Mittel für komplett verfehlt.

 

Cover Evolution des Krieges

Bild: Die Neuerscheinung „Evolution des Krieges“ von Sascha Mané

 

tredition: Sie haben vor kurzem bei uns Ihr Buch „Evolution des Krieges“ vorgelegt. Rührt das Interesse an Krieg und dessen Entstehung und Entwicklung von Ihrer persönlichen Geschichte?

Sascha Mané: Der Umstand, dass ich mich seit über 35 Jahren mit Kampfsport beschäftige, hatte natürlich großen Einfluß auf mein Buch. Ich betrachte dabei die Entwicklung der Kampfkunst in der Gesamtheit, wie auch die der einzelnen Stile, und setze diese dann in einen weltpolitischen Kontex. Die Entwicklung des Krieges geht Hand in Hand mit der Entwicklung der Kampfkunst.

Sascha Mane Kampfsport

Bild: Das gesamte Leben Sascha Manés ist vom Kampfsport geprägt.

tredition: Sie arbeiten seit 20 Jahren als ehrenamtlicher Kampfsport-Trainer. Hat diese Arbeit Ihr Werk beeinflusst, wie kam es dazu, dass Sie dieses Buch verfasst haben?

Sascha Mané: In mein Buch fließen sicherlich auch eigene Erfahrungen und Erlebnisse mit ein, aber hauptsächlich ist es ein Buch, welches detailiert alle Facetten des Krieges beleuchten soll.

tredition: Können Sie einige Kernaussagen des Buches vorstellen?

Sascha Mané: Kernaussagen des Buches gibt es nicht. Ich lege ausschließlich objektiv Fakten dar und überlaße es dem geneigten Leser, sich eine Meinung zu bilden.

tredition: Was unterscheidet Ihr Buch von anderen Büchern über Krieg und Terrorismus?

Sascha Mané: Mein Buch unterscheidet sich von vielen anderen Büchern, durch die, oberflächlich gesehen, unwillkürliche Zusammenstellung, die aber mit fortschreitender Lektüre sinnvoll wird. Mein Buch gewährt einen Einblick aus ungewöhnlichen  Blickwinkeln auf die verschiedenen Aspekte des Krieges.

 

Leider gab es in der Sendung so wenig Gesprächszeit, es gibt noch soviel zu sagen.

 

tredition: Welche Rückmeldungen haben Sie bisher von Lesern auf Ihr Buch erhalten?

Sascha Mané: Ich habe vorwiegend gute Rückmeldungen und Kritiken bekommen und interessante Diskussionen angeregt. Es gab aber auch konstruktive Krititk zum Stil und der Zusammenstellung. Einige davon empfinde ich als unzutreffend, da die Zusammenstellung sich aus dem Gesamtkontex erklärt. Da dies mein erstes Buch ist, räume ich aber natürlich Fehler ein. Diese Rückmeldungen helfen mir dabei, von Buch zu Buch besser zu werden.

Sascha Mané Anne Will ZDF

Bild: In der ARD-Sendung Anne Will war der Autor im November 2016 in einer kontrovers diskutierten Sendung zum Thema Islam und Fundamentalismus Studiogast.

tredition: Sie waren vor kurzem in der Sendung Anne Will in der ARD als Studiogast. Was halten Sie von der momentanen Debatte um den Islam in Deutschland und was war es für ein Gefühl, dabei zu sitzen und darüber zu diskutieren?

Sascha Mané: Die Teilnahme an der Sendung „Anne Will“ war eine sehr interessante Erfahrung und hat mich zu meinem Projekt über den missverstandenen Islam ispiriert. Leider gab es in der Sendung so wenig Gesprächszeit, es gibt noch so viel zu sagen.

tredition: Wie sehen Sie die Zukunft, können Sie sich vorstellen, dass es eine Möglichkeit gibt, Fundamentalismus und Terrorismus zu begegnen und diesen somit Einhalt zu gebieten? Sind Sie optimistisch, dass sich dies umsetzen lässt?

Sascha Mané: Fanatismus und Fundamentalismus, egal aus welcher Richtung, lassen sich nur durch konsequente Aufklärung und Information bekämpfen. Halbwahrheiten und Stigmatisierung, wie sie vor allem von der Presse betrieben werden, helfen uns da nicht weiter!!

 

Ich halte Self-Publishing für eine faire Möglichkeit, als unbekannter Autor eine Plattform zu nutzen, die schnell zum Sprungbrett werden kann. Bei den etablierten Verlagen wird man ohne Beziehungen niemals eine Chance bekommen.

 

tredition: Wie geht es mit Ihnen und Ihrem Buch nun weiter? Was sind Ihre Pläne?

Sascha Mané: Dies ist mein erstes Buch und ich habe sehr viel gelernt aus seiner Fertigstellung. Ich habe bereits ein neues Projekt und möchte hier das Gelernte umsetzen. Ich denke, dass sich gerade als Autor Beharrlichkeit auszahlt!

tredition: Was ist Ihre Meinung zum Self-Publishing?

Sascha Mané: Ich halte Self-Publishing für eine faire Möglichkeit, als unbekannter Autor eine Plattform zu nutzen, die schnell zum Sprungbrett werden kann. Bei den etablierten Verlagen wird man ohne Beziehungen niemals eine Chance bekommen.

tredition: Wie kam es zu Ihrer Entscheidung für eine Veröffentlichung im Self-Publishing-Verlag / und warum gerade für tredition?

Sascha Mané Repubblica

Bild: Sascha Manés Geschichte erregte sogar internationales Interesse, wie im Artikel der renommierten La Repubblica in Italien.

Sascha Mané: Ich halte Self-Publishing für eine gute Sache um den Einstieg zu meistern und würde aus ethisch-moralischen Gründen auch als erfolgreicher Autor nicht wechseln. Ich habe mich für den tredition Verlag entschieden, da es sich um den renommiertesten Self-Publishing Verlag handelt und ich mit seinen Konditionen sehr zufrieden bin. Ich fühle mich als Autor gut aufgehoben und betreut.

tredition: Haben Sie im Bereich Veröffentlichung besondere Tipps an andere Autoren?

Sascha Mané: Die Veröffentlichung ist ein umfassendes Thema. Hier ist der Spruch: „learning by doing“ Programm.

Man muß sich hochkonzentriert an das Programm setzen und möglichst vorher schon Schrifttyp/-größe, Seitenanzahl und Inhaltsverzeichnis einrichten. Bei meinem Buch ist ein Drittel der Arbeitszeit in die Konvertierung und die Veröffentlichung geflossen. Das wird sich mit der Veröffentlichung der nächsten Bücher relativieren, da die Arbeisschritte mittlerweile bekannt sind. Aber die Eigenarbeit an der Veröffentlichung wurde, in meinem Fall, durch ein überdurchschnittliches Ergebnis belohnt.

tredition: Welche Marketingmaßnahmen haben Sie für Ihr Buch bereits vorgenommen? Hatten Sie von Anfang an einen Marketingplan?

Sascha Mané: Da der Buchvertrieb für mich absolutes Neuland ist, hatte ich natürlich keinen Marketingplan. Ich hatte das Glück, dass ich mein Buch in mehreren Sendungen, wie z. B. Spiegel TV oder Anne Will vorstellen konnte, was sehr viel mit meiner persönlichen Geschichte zu tun hat. Ansonsten habe ich gelernt, dass die sozialen Medien sehr wichtig sind, ebenso wie der persönliche Konrakt zu Buchhändlern. Aber das ist ein Bereich, der auch bei mir noch der Optimierung bedarf.

tredition: Was können Sie in Bezug auf das Marketing anderen AutorInnen empfehlen?

Sascha Mané: Wenn man das Ziel hat, eines Tages von der Arbeit als Autor leben zu können, ist es sehr wichtig, eine Marketingstrategie zu erarbeiten und diese dann konsequent zu verfolgen. Beharrlichkeit führt zum Ziel.

tredition: Haben Sie weitere Projekte geplant?

Sascha Mané: Ich arbeite derzeit gerade an meinem nächsten Projekt, welches sich mit der konstruierten Feindschaft der Weltreligionen und der Fehlinterpretationen selbiger befasst. Missverständnisse haben zu mehr als einem Krieg geführt.

tredition: Lieber Herr Mané, wir danken Ihnen herzlich für das Gespräch und wünschen Ihnen für Ihr erstes Buch und folgende Werke viel Energie und Erfolg!