Ein Buch schreiben – vom Debütautor zum Profi

Eine zündende Idee, gutes Handwerk, Selbstdisziplin und gute Planung – das sind die zentralen Erfolgsfaktoren, wenn Sie ein Buch schreiben möchten.
Im Folgenden fächern wir diese zentralen Erfolgsfaktoren für Sie auf. Ihr Vorteil: Wir haben unsere Tipps thematisch geordnet. Je nachdem, wie weit Ihre Vorbereitung gediehen ist, finden Sie schnell und auf einen Blick die richtige Hilfestellung beim Buch schreiben!

Das Einmaleins des Buchschreibens

Inhaltsverzeichnis

  1. Thema, Idee und Genre – Hier erfahren Sie, ob ein Thema geeignet ist oder wie Sie diese Idee in einem Buch umsetzen können.
  2. Das Schreibhandwerk lernen –Eignen Sie sich mit unseren Tipps die richtigen Techniken an, um gut zu schreiben.
  3. Einen Roman schreiben – Erfahren Sie alles rund um eine schlüssige Szenenabfolge, Spannungsaufbau und gut angelegte Figuren.
  4. Ein Sachbuch schreiben – Wie lässt sich Fachwissen anschaulich und kompetent vermitteln?
  5. Korrektur und Feinschliff –Der Endspurt zu einem fehlerfreien und professionellen Buch
1. Thema, Idee und Genre
2. Das Schreibhandwerk lernen
3. Einen Roman schreiben
4. Ein Sachbuch schreiben
5. Korrektur und Feinschliff

1. Thema, Idee und Genre

Wie Sie Ihre Ideen strukturieren

Wer ein Buch schreiben möchte, hat zumeist eine ungefähre Vorstellung von Idee und Thema des Buches. Sei es, das eigene Fachwissen, das an die Leser weitergegeben werden soll oder ein Produkt der eigenen Fantasie und Inspiration, das Sie in einen gelungenen Roman umwandeln möchten.
Sie befinden sich damit noch in einer frühen, aber alles entscheidenden Phase der Buchentstehung. Die Kernfrage lautet: Taugt Ihre Idee/Ihr Thema für ein Buch? Und was macht die Idee eigentlich genau aus? Welche Themen/Elemente gehören dazu?

Buch schreiben_Thema, Idee und Genre

Ideen notieren

Seien Sie bereit für Inspirationen

Als angehender Autor sollten Sie immer ein Notizbuch dabei haben, um Ideen zu notieren, die Ihnen gerade zu einem Buchthema in den Sinn kommen. So entsteht sukzessive ein wertvolles Sammelwerk an Gedanken, die ansonsten verloren gehen würden. Inspirationen warten überall auf Sie. Viele berühmte Autoren waren wahre Leseratten und haben sich tagelang in Bibliotheken rumgetrieben, um in den Lieblingsbüchern ihrer großen Vorbilder zu schmökern. So sind auch die bekanntesten Werke voll von Inspirationen und Ideen aus früher verfassten Texten und von vorangegangen Autoren. James Joyce arbeitet sich in seinem über 1000-seitigen bekannten Werk „Ulysses“ an Homers „Odyssee“ ab, Mary Shelleys „Frankenstein“ bezieht sich auf die antike Prometheus-Sage, Shakespeares „Hamlet“ diente nicht nur Johann Wolfgang von Goethe als Vorbild für den „Faust“ . Diese Liste könnte man unendlich fortsetzen.

Brainstorming

Die Gedanken um das Buchthema kreisen lassen

Schaffen Sie eine entspannte Atmosphäre, zum Beispiel zu Hause mit Ihrer Lieblingsmusik im Hintergrund, und betrachten Sie Ihre bisherigen Notizen. Schreiben Sie weitere Gedanken auf, die Ihnen dazu einfallen und streichen Sie das, was Ihnen vielleicht im Nachhinein uninteressant vorkommt. So kreisen Sie Ihre Buchidee Stück für Stück weiter ein.
Möchten Sie einen Roman schreiben, finden Sie hier weitere Tipps zu Konkretisierung und Ausbau Ihrer Buchidee. Als Fachbuchautor lesen Sie bitte hier, wie Sie Ihre Themenidee schärfen.

Mindmapping

Strukturieren Sie Ihre Gedanken

Mindmap erstellen: Eine Art „Landkarte“, auf der Sie Ihre Ideen aus dem Brainstorming strukturieren. Umkreisen Sie einzelne Begriffe und verbinden Sie die Stichworte, die thematisch zusammengehören. Mindmaps sind sehr gut geeignet, um Ideen zu strukturieren, Zusammenhänge zu erkennen und Fakten zu einzelnen Themen zu bündeln. Zudem hilft eine Mindmap, um ein zentrales Thema herauszuarbeiten, wenn man das Gefühl hat, sich in Details zu verlieren.

Ihre Idee in einem Satz

Verständlich auf den Punkt gebracht

Fassen Sie Ihre Buchidee in einem Satz zusammen. Legen Sie diesen Satz anderen Personen vor und bewerten Sie deren Reaktion. Entfacht der Satz Interesse? Wirkt Ihr Gegenüber gelangweilt oder gespannt? Gibt es Stirnrunzeln oder Rückfragen? Im Idealfall sollten die meisten Personen, denen Sie Ihren Satz vorlegen, Interesse zeigen und sofort verstehen, um was es geht. Ansonsten liegt der Verdacht nahe, dass Ihre Buchidee uninteressant oder unklar ist. Potenzielle Leser sollten sofort verstehen, um was es geht!

Das richtige Genre

Zwar ergibt sich aus Ihrer Buchidee meist automatisch das entsprechende Genre (Liebesgeschichte = Roman, Mordgeschichte = Krimi/Thriller, Kochbuch = Ratgeber etc.), jedoch sollten Sie sich einen Moment Zeit nehmen und gründlich überdenken, ob und in welchem Genre Sie sich tatsächlich als Autor ansiedeln und ein Buch schreiben möchten. Folgende Tipps helfen Ihnen dabei:

Konkurrenz prüfen

Den Buchmarkt im Blick haben

Versuchen Sie schon jetzt, die Vermarktung Ihres Buches „mitzudenken“. Womöglich war es schon immer Ihr Traum, einen Liebesroman zu schreiben. Machen Sie sich dann aber bewusst, dass dieses Genre unglaublich dicht besetzt ist, im deutschen Buchmarkt wimmelt es nur so vor Liebesromanen. Es gibt also ein deutliches Überangebot. Die Konkurrenz ist dementsprechend groß und Sie werden hart daran arbeiten müssen, Leser auf Ihr Buch aufmerksam zu machen und für sich zu gewinnen. Außerdem sollten Sie stets prüfen, welche Themen und Geschichten in dem von Ihnen gewählten Genre besonders beliebt und angesagt sind. Entweder Sie reiten auf dieser Trendwelle oder Sie setzen Akzente, indem Sie eine ganz außergewöhnliche Story entwerfen.

Was lesen Sie selbst gern?

Seien Sie Spezialist für Ihr Lieblingsthema

Die Faustregel lautet: Sie werden sich als Autor mit einem Genre, das Sie als Leser selbst schätzen, leichter tun als mit einem Genre, das für Sie als Leser Neuland darstellt. Weshalb? Ganz einfach: Lesen trainiert, schult und schärft den Blick. Wenn Sie bereits unzählige Kochbücher gewälzt und für den Eigenbedarf verwendet haben, wissen Sie, was ein gutes Kochbuch ausmacht bzw. wie ein Rezept dargestellt werden sollte, damit der Hobbykoch gut damit zurechtkommt.

2. Das Schreibhandwerk lernen

Ein Buch schreiben wie die Profis

Buch schreiben_ Schreibhandwerk

Wie entsteht ein richtig guter Text? Und wer beurteilt, ob und wie gut dieser Text ist? Der Bestseller-Autor Andreas Eschbach schreibt dazu auf seiner Webseite: „Ich glaube, dass man umso besser schreiben kann, je präziser man unterscheiden lernt, was von dem, was man geschrieben hat, gut und was schlecht ist. Hier liegt der Schlüssel – interessanterweise nicht in dem Teil in uns, der Text PRODUZIERT, sondern in dem, der Text BEURTEILT.“

Soll heißen: Viel zu schreiben schult und schärft den eigenen Blick für Qualität! Um den eigenen Text qualitativ zu beurteilen, helfen der Austausch mit anderen Autoren und natürlich auch das Coaching durch Experten. Hierzu sei allerdings gesagt: Regeln und Standards, die in Schreibseminaren oder Einzelcoachings gelehrt werden, sind wertvolle Orientierungsmuster, sollten aber nicht dazu führen, die eigene Kreativität und Phantasie zu stark in vorgegebene Kategorien zu „zwängen“.

Lesen und an Vorbildern orientieren

Lassen Sie sich von Ihren Lieblingsautoren inspirieren.

Natürlich bleiben Sie der alleinige Schmied Ihres Buchglücks, aber vergessen Sie nicht, dass ein guter Schriftsteller zuallererst ein fleißiger und passionierter Leser ist. Lesen Sie also, so viel Sie können. Seien Sie bei der Lektüre wachsam und lassen Sie sich von Ihren Lieblingsautoren inspirieren. Werfen Sie einmal einen kritischen Blick in Ihr Bücherregal, greifen Sie erneut zu Ihren Lieblingsbüchern und beurteilen Sie diese aus der Warte des Lesers – und des angehenden Autors. Und welche Themengebiete und Genres üben dabei die größte Faszination auf Sie aus? Widmen Sie sich Ihren Lieblingsautoren und schreiben Sie sich auf, was Ihnen bei diesen besonders gut gefällt. Sind es die interessanten Charaktere, die innovative Umsetzung oder der mitreißende und Emotionen erweckende Erzählton? Bei einem Sach- oder Fachbuch sollten Sie bei der Lektüre darauf achten, wie es kommt, dass Ihr Lieblingsautor so verständlich, klar und interessant schreibt, ohne dass die geringste Langeweile aufkommt. Ein umfangreiches Spektrum an Leseerlebnissen beflügelt die Fantasie und kann Sie vor und während des Schreibens zu Ideen für Ihr Buch anregen.

Schlicht und schnörkellos

Verzichten Sie auf ein Übermaß an Adjektiven

Ein Text wird nicht besser, indem er mit unzähligen Adjektiven oder überflüssigen Beschreibungen gespickt wird. Verzichten Sie deshalb beispielsweise auf eine überreiche Verwendung von Adjektiven. Und versuchen Sie – ganz im Sinne von „Show don’t tell – direkte Rede für sich „sprechen“ zu lassen. Drücken Sie also Emotionen über die Dialoge aus und nicht in einer Beschreibung um den Dialog herum. Sonst hemmen Sie den Lesefluss und zerstören mehr Spannung als Sie aufbauen.

Strukturiert vorgehen

Ist Ihr Handlungsablauf logisch?

Wenn es an die eigentliche Umsetzung von Ideen in Texten geht, scheitern viele Autoren. Nicht durch mangelndes Talent, sondern oft, weil sie sich vorab nicht um einen detaillierten und gut durchdachten Aufbau ihres Textes gekümmert haben. Legen Sie sich also vor dem Schreiben ein Konzept zu, in dem Sie genau planen, wie Ihr Buch strukturiert werden soll. Definieren Sie eine Art Gerüst des Buchtextes vor, das Sie beim Schreiben immer im Hinterkopf haben, wenn es um die Umsetzung einzelner Teilschritte geht. So können Sie Ihre Geschichte und auch Ihre einzelnen Arbeitsaufgaben Schritt für Schritt organisieren, Handlungszusammenhänge planen und den Text anhand dieser Struktur aufbauen. Sie können sich hierbei mit einem Exposé für Ihr Buch oder einem Storyboard behelfen, das Ihnen stetig während des Buchschreibens zeigt, an welchem Punkt Sie sich befinden. Dabei ist es ratsam, immer wieder beim Fortschreiten Ihres Textes nachzuprüfen, ob die Kausalzusammenhänge stimmen, keine logischen Brüche vorliegen und der Gesamtaufbau im Ganzen Sinn ergibt.

Mut zur Lücke

Ellipsen sorgen für Dynamik

Eine Ellipse ist ein rhetorisches Stilmittel, gemeint ist damit ein grammatikalisch unvollständiger Satz, der auf das Wichtigste reduziert wird. Die Kernaussage des Satzes wird somit verstärkt und Texte gewinnen durch die Verwendung von Ellipsen an Tempo. Daher eignen sich Ellipsen beispielsweise an Stellen im Roman, an denen Sie die Spannung erhöhen möchten. In der Alltagssprache (aber auch in der Literatur) finden sich zahlreiche Beispiele für Ellipsen wie etwa „Je früher (Du kommst), desto besser (ist es)“ oder „Erst (kommt) die Arbeit, dann (kommt) das Vergnügen“ Siehe hierzu auch www.wortwuchs.net/stilmittel/ellipse/.

3. Einen Roman schreiben

Die wichtigsten Grundregeln

Nicht wenige Autoren glauben daran, dass das Talent zum Schreiben einem Menschen in die Wiege gelegt ist. Freilich: Sprachgefühl, eine gute Beobachtungsgabe und Menschenkenntnis sind Grundvoraussetzungen für einen guten Roman. Doch zu Recht betont so manch erfolgreicher Schriftsteller: Ein Buch zu schreiben, bedeutet harte Arbeit. Stephen King sagte dazu einmal: „Talent ist billiger als Tafelsalz. Was das talentierte Individuum vom erfolgreichen trennt, ist eine Menge harter Arbeit.“

Die Grundlage für Ihren Erfolg beim Schreiben eines Romans ist die Kenntnis der wichtigsten Grundregeln. Lesen Sie im Folgenden, worauf es ankommt, wenn Sie einen guten Roman schreiben wollen.

Handlungsverlauf: So bauen Sie Ihre Geschichte auf
Dramatik und Spannung: Nicht nur für Krimis wichtig
Figuren: Schaffen Sie geradlinige Charaktere
Dialoge: Weniger ist mehr

Handlungsverlauf

Stellen Sie sich vor, Sie möchten ein Haus bauen. Dafür brauchen Sie ein gutes Fundament, wenn Sie ein stabiles Heim errichten wollen. So verhält es sich auch mit einem Roman: Der Handlungsverlauf (engl. Plot) ist die Grundlage für Ihren Roman und bezeichnet die Abfolge der Ereignisse in Ihrem Buch. Ein guter und auch spannungsreicher Handlungsverlauf ergibt sich aus einer logischen Abfolge von Ereignissen. Aktion A löst Ergebnis A aus, dieses führt zu Aktion B, welche wiederum Ereignis B auslöst usw.

Wenn Sie bereits einen Teil Ihres Romans verfasst haben, sollten Sie einmal den Handlungsverlauf und alle einzelnen Handlungsstränge genauer betrachten. Überprüfen Sie, ob die Szenenabfolge schlüssig ist und jedes Ereignis für den Leser nachvollziehbar ist. Bedenken Sie stets: Ein Roman ist nicht das wahre Leben. Also überlassen Sie nichts dem Zufall! Zudem sollten Sie jene Passagen Ihres Romans streichen oder kürzen, die den Roman nicht weiterbringen und zur Auflösung der Geschichte beitragen.

Buch schreiben Handlungsverlauf

 

Buch schreiben Spannungsaufbau

Dramatik und Spannung

Ein sukzessive steigender Spannungsbogen motiviert den Leser, am Ball zu bleiben und trägt entscheidend dazu bei, dass der Leser das Buch hinterher als wirklich „lesenswert“ beurteilt. Doch wie können Autoren beim Schreiben Ihres Buches Spannung erzeugen?

Jeder Roman sollte dadurch gekennzeichnet sein, dass etwas Entscheidendes passiert, dass den normalen Lauf der Dinge unterbricht, es sollte etwas auf dem Spiel stehen: Etwa eine Liebesbeziehung, die familiäre Harmonie, ein Arbeitsplatz, der Seelenfrieden eines Menschen oder oder oder… es gibt zahlreiche Möglichkeiten, durch das Thema der Geschichte Spannung zu erzeugen und damit einen spannenden Handlungsverlauf anzustoßen.

Bezeichnen wir den Kern der Geschichte – also das, was auf dem Spiel steht – einmal als Motor der Spannung, dann sind Konflikte das Öl, das den Motor am Laufen hält. Konflikte halten die Handlung wach und treiben den Roman voran.

Richtig entfalten kann sich die Spannung allerdings nur dann, wenn der Leser den oder die betroffenen Protagonisten gut genug kennt und eine Sympathie zu ihnen aufgebaut hat. Ein Beispiel: Ist ein Autounfall passiert, bei dem jemand verletzt wurde, macht uns das immer betroffen. Wenn aber jemand in den Unfall verwickelt war, den wir kennen, sind wir noch weitaus betroffener. Führen Sie also Ihre Protagnisten gut ein, machen Sie diese greifbar für den Leser und wecken Sie die Sympathie des Lesers.

Figuren

Jeder Autor steht vor der Herausforderung, innerhalb einer begrenzten Zeit (nämlich der Dauer eins Romans) eine Figur einzuführen und diese weiterzuentwickeln. Der Anspruch dabei sollte sein, dass die Leser möglichst klar und schnell verstehen, was für die jeweiligen Figuren wichtig ist, was sie antreibt und welche Grundeinstellung sie haben. Das Stichwort lautet: Geradlinigkeit. Denn je unsteter und wankelmütiger eine Figur ist, desto eher besteht das Risiko, dass ihre Motive nicht für den Leser klar werden, dieser sich beginnt, zu langweilen und die Geschichte an Spannung verliert.

In der Fachliteratur zum Schreiben von Romanen wird oft von drei Dimensionen gesprochen, die eine Figur haben sollte: eine körperliche, eine seelische und eine soziale Dimension. Das bedeutet konkret: Für Ihre Leser ist es wichtig, was das Äußere Ihrer Figur prägnant macht (Haarfarbe, Augenfarbe, Gesichtszüge, Größe etc.), welche Charakterzüge sie hat, was ihre Einstellungen und Motive sind und welchen sozialen Hintergrund sie hat. Wo ist die Figur beispielsweise aufgewachsen? Welche Erziehung hat sie genossen? Was ist ihr in der Vergangenheit evtl. zugestoßen, was hat sie geprägt? Etc.

Buch schreiben_Romanfiguren

Buch schreiben_Dialoge im Roman

Dialoge

Viele Debütautoren neigen dazu, ihre Figuren zu viel sprechen zu lassen. Lange Dialoge spannend und abwechslungsreich zu gestalten, ist allerdings eine hohe Kunst. Vermeiden Sie in einem Erstlingsroman lieber lange Dialogpassagen, denn oft lebt ein Text eher durch das, was nicht gesprochen wird (siehe auch „Show don’t tell“). Versuchen Sie also, Ihre Dialoge auf das Wesentliche zu reduzieren. Am besten gelingt dies, indem Sie Ihre Dialoge erst einmal herunterschreiben, so wie sie Ihnen gerade in den Sinn kommen und dann ein paar Tage später noch einmal überarbeiten und Kürzungen vornehmen.

4. Ein Sachbuch schreiben

Die wichtigsten Grundregeln

Buch schreiben_Sachbuch

Profundes Wissen und große Kompetenz innerhalb eines bestimmten Fachgebietes ist das eine, dieses Wissen anschaulich zu vermitteln, so dass es im Zweifel auch Laiene versehen, das andere. Wenn Sie ein Fachbuch schreiben möchten, kommt es nicht nur auf Präzision und Klarheit an, sondern auch darauf, Begeisterung für ein vermeintlich trockenes Thema zu wecken.

Lesen Sie im Folgenden, worauf es ankommt, wenn Sie einen gutes Fachbuch schreiben wollen.

Das eigene Wissen zielgruppengerecht aufbereiten

Falls Sie bereits mit dem Schreiben eines Sach- oder Fachbuches begonnen haben, werden Sie sicher bemerkt haben: Über Fachwissen zu verfügen und dies anschaulich, lebendig und kompetent zu vermitteln, sind Zweierlei.

Beantworten Sie sich vor dem Schreiben folgende Fragen:

Welche Art von Experte sind Sie?

Wissenschaft oder Hobby

Sind Sie ein studierter Experte Ihres Fachgebietes oder haben Sie sich Fachwissen „Learning by doing“ angeeignet? Meist spielt dies für Ihre Art und Weise des Schreibens eine entscheidende Rolle. Wer beispielsweise jahrelang an der Universität philosophische Fachtexte gewälzt und studiert hat, neigt deutlich eher dazu, ganz selbstverständlich und intuitiv viele Fachbegriffe und Fremdwörter beim Schreiben zu verwenden.

Demgegenüber wird ein Autor, der sich privat betriebswirtschaftliches Fachwissen angeeignet hat, eher dazu neigen, dieses allgemein verständlich zu formulieren. Beide Varianten sind auf ihre Weise vollkommen in Ordnung, entscheidend ist aber hierfür Frage 2 (siehe rechts): Für wen schreiben Sie?

Für wen schreiben Sie?

(Nicht nur) für Fachleute

Wie Sie Wissen zielgruppengerecht vermitteln, hängt entscheidend davon ab, für wen Sie schreiben. Richtet sich beispielsweise Ihr naturwissenschaftliches Buch mit neuen Forschungsergebnissen an Gleichgesinnte Ihres Fachs, dann können sie dementsprechende Fachworte problemlos verwenden. In diesem Fall riskieren Sie aber auch, dass etwa angehende Experten oder Studierende, die Ihr Buch interessant finden, als Zielgruppe verloren gehen und Ihr Buch nicht weiterempfehlen, da es zu komplex ist.

Generell gilt: Begehen Sie nicht den Fehler, zu „abgehoben“ zu formulieren aus der Sorge heraus, Ihre Expertise könnte sonst nicht ausreichend im Buch zum Ausdruck kommen. Auch Leser, die sich in Ihrem Fachgebiet äußerst gut auskennen, werden es zu schätzen wissen, wenn Sie zuweilen spritzige Formulierungen einstreuen, sachliche Erkenntnisse lebendig darstellen oder sogar humorvoll vermitteln. Schreiben Sie für Laien, denen Sie ein bestimmtes Fachthema näher  bringen möchten, gilt dies umso mehr!

Was will der Leser wissen?

Bloß nicht verzetteln

In den meisten Fällen wird das, was Sie wissen, zu viel sein, um es in einem Buch unterzubringen oder aber es würde einfach zu weit führen und den Leser vom Kern des Themas wegführen. Selektieren heißt also das goldene Stichwort. Wer versucht, zu viel in ein Buch hineinzupacken, hat im Laufe des Schreibens oft das Problem, sich in Details zu verlieren. Am Ende fehlt der Überblick und das Thema zerfasert sich in zu viele verschiedene Richtungen. Auch hier hilft die Frage: Für wen schreiben Sie? Und was interessiert diesen Leser? Zumeist sind dies

  • Zentrale Erkenntnisse und Ableitungen für das eigene Handeln
  • Neue Forschungsergebnisse und deren Konsequenzen für eine Fachdisziplin oder für die Gesellschaft/den Einzelnen
  • Prognosen und Ausblicke auf die Zukunft bezogen auf das jeweilige Thema

Um diese zentralen Achsen sollte sich Ihr Sach-/Fachbuch drehen. Möglichst jedes Kapitel sollte im Kern wieder darauf zurückkommen oder darauf Bezug nehmen. Dies erreichen Sie am besten über eine gute Gliederung!

Ein Inhaltsverzeichnis entwerfen – so geht’s

Ein Sach- oder Fachbuch gliedert sich für gewöhnlich in die drei großen Abschnitte Einleitung, Hauptteil, Schluss. Damit insgesamt ein roter Faden entsteht, sollten Sie sich vor Augen halten: Wie muss das Buch logisch aufgebaut sein, damit meine Zielgruppe dem Inhalt gut folgen kann und am Ende das Ziel meines Buches erreicht ist?

Im Hauptteil sollten sich Ihre großen Themenachsen/Hauptpunkte widerspiegeln. Notieren Sie sich also zunächst Stichworte und erste Titelideen für die Hauptkapitel 1,2,3… Nun geht es an das „Finetuning“ – die Unterkapitel für jedes übergeordnete Thema, falls dies notwendig ist. Jetzt kommt es besonders darauf an, dass Sie selbst die Hauptachse im Blick behalten und nur die wichtigen Elemente jedes Themas in ein einzelnes Unterkapitel setzen. Wenn Sie Titel für Unterkapitel formulieren, sollten Sie sich stets überlegen: Was werde ich in diesem Kapitel schreiben? Ist dieses Thema ein eigenes Unterkapitel wert und welchen Erkenntnisgewinn bringt es dem Leser?

Werden Sie im Inhaltsverzeichnis nicht zu kleinteilig! Zu viele Unterpunkte könnten den Leser schnell ermüden und führen dazu, dass der Gesamtüberblick verloren geht.

Beispiel 1: Hirn-Anschalter von Markus Ramming

Kurz und knackig – mit würzigen Überschriften

Was macht dieses Inhaltsverzeichnis gut?

Der Autor fasst jedes Kapitel in Form einer These zusammen, die den Inhalt des Kapitels andeutet. Eine geschickte Art und Weise, um eigene Aussagen und Meinungen klar zu verdeutlichen; zugleich wecken die Thesen Interesse und den Wunsch, mehr zu erfahren.

Buch schreiben_Hirnanschalter_Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis des tredition-Titels Hirn-Anschalter von Dr. Markus Ramming

Buch schreiben_Biografien schreiben_Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis des tredition-Titels „Biografien schreiben“ von Katharina Springer

Beispiel 2: Biografien schreiben von Katharina Springer

Kreativ und außergewöhnlich – für Wortakrobaten

Was macht dieses Inhaltsverzeichnis gut?

Ein perfektes Beispiel dafür, dass auch ein Inhaltsverzeichnis äußerst kreativ sein und ein Thema hochspannend vermitteln und ankündigen kann. Die Autorin vergleicht das Schreiben einer Biografie symbolhaft mit dem Bau eines Hauses und verwendet die entsprechenden Fachbegriffe aus diesem Bereich. Das wirkt lebendig und anschaulich, zudem kann sich jeder sofort vorstellen, was mit den jeweiligen Begrifflichkeiten verbunden ist.

Obacht: Ein solches Inhaltsverzeichnis ist ein echtes Wortkunstwerk. Diese Variante sollten Sie nur wählen, wenn Sie eine geeignete Metaebene/Symbolik für Ihr Thema finden und diese auch konsequent durchziehen!

Der Stil eines Sachbuches: Alles andere als staubtrocken

Buch schreiben_Sachbuchstil

Oberste Priorität hat die klare und verständliche Vermittlung Ihres Fachwissens unter Berücksichtigung Ihrer Publikationsziele. Dabei gelten folgende Grundregeln:

  • Klarer und übersichtlicher Satzbau. Vermeiden Sie Verschachtelungen und zu viele Einschübe.
  • Verwenden Sie eine gesunde Mischung aus langen und kurzen Wörtern, so dass der Leser nicht überfordert wird oder zu schnell ermüdet.
  • Vermeiden Sie den sogenannten Nominalstil. Damit ist gemeint, dass aus Verben Substantive werden. Beispielsweise: „eine Veränderung herbeiführen statt „verändern“ etc. Hin und wieder können Sie im Text mit solchen Nominalisierungen arbeiten, sie sollten aber wohldosiert eingesetzt werden, da Ihr Text sonst unnötig aufgebläht wird, ohne weitere Erkenntnisse zu liefern.
  • Vermeiden Sie Wiederholungen, die den Leser langweilen. Von Vorteil sind demgegenüber Kurzübersichten am Ende eines Kapitels, die noch einmal kompakt zusammenfassen, welche Erkenntnisse das Kapitel gebracht hat. Das hilft im Übrigen auch Ihnen als Autor für eine gute Strukturierung im Schreibprozess.
  • Schreiben Sie anschaulich: Verdeutlichen und konkretisieren Sie Ihre Ausführungen möglichst verständlich, indem Sie eine Erkenntnis gedanklich herleiten oder an einem Beispiel verdeutlichen.
  • Insgesamt gilt: Nicht mehr als nötig und so viel wie möglich. Lassen Sie keinesfalls etwas weg, das für das Verständnis wesentlich ist. Schweifen Sie aber auch nicht zu weit ab vor lauter Begeisterung für Ihr Thema.

5. Korrektur und Feinschliff

Professionelle Umsetzung ist das A und O

Wenn der Text steht, ist für das Buch und Autor dennoch die Zielgerade noch nicht ganz erreicht. Wer glaubt, dass der Text so direkt in den Druck gehen kann, hat sich noch nie über Fehler in einem Buch, Rechtschreibfehler, Logiksprünge, stilistische oder inhaltliche Fehler bei der Lektüre eines Buches geärgert. Nach dem Schreiben eines Buches kommt nämlich der nicht zu unterschätzende Endspurt auf den Autor, die Autorin zu. Und dieser ist fast so wichtig wie das Buch Schreiben selbst. Es gilt, das Buch hübsch und vor allem fehlerfrei zu machen: mit einem professionellen Korrektorat und Lektorat.  Wer keinen Deutschlehrer an der Hand hat, sollte auf eine/n professionelle/n Lektor/in zurückgreifen. Diese wissen genau, worauf sie achten müssen und beseitigen in Ihrem Text Fehler, überprüfen stilistische Brüche, Fehler in der Argumentation etc.

Denken Sie daran, Ihr Buch konkurriert mit einer enormen Anzahl an regelmäßigen Neuerscheinungen, die jährlich auf den Buchmarkt kommen. Leser sind kritisch und wollen einen spannenden und vor allem fehlerfreien Text. Tun Sie Ihren Lesern den Gefallen und legen Sie ein Buch vor, das durch ein professionelles Korrektorat gegangen ist. Ihre Leser werden es Ihnen danken und vielleicht beim nächsten Buch wieder zugreifen. Zudem sparen Sie sich auch die zeitintensive baldige Neuauflage Ihres Buches.

Buch schreiben_Korrektur

Kritik einholen – und umsetzen

Es ist vollbracht. Ihr Werk ist beendet, das Buch ist geplant, geschrieben, auf Fehler untersucht worden und kann jetzt eigentlich auf die Welt losgelassen werden. Halt! Bevor Sie Ihr Buch auf den Buchmarkt geben, sollten Sie es noch einmal auf Herz und Nieren prüfen lassen. Engagieren Sie Testleser – aus dem eigenen Bekannten-, Familien- und Freundeskreis, die Ihr Buch lesen und bei denen Sie sich darauf verlassen können, eine ehrliche Meinung zum Buch zu erhalten. Wenn Sie dort keine ehrliche Meinung erwarten können, sollten Sie aber auch auf fremde Testleser zurückgreifen. Nur so können Sie testen, ob Ihr Buch das Zeug hat, auch eine größere Menge von Lesern zu begeistern.