Angebote kritisch prüfen

Self-Publishing-Dienstleister Vergleich

Prüfen Sie das Angebot eines Verlages oder Self-Publishing-Dienstleisters genau. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie unbedingt achten sollten, damit Sie Enttäuschungen vermeiden.

Autorenhonorare bei e-Books richtig verstehen

Vor allem bei Self-Publishing-Dienstleistern, die sich auf e-Books spezialisiert haben, wird die Höhe der Autorenprovision je verkauftem e-Book als Prozentsatz des „Verlagsertrages“ oder „Nettoerlöses“ angegeben. Eine Provision i.H.v. 70% klingt da erst einmal hoch. Allerdings wird der „Verlagsertrag“ oder „Nettoerlös“ je e-Book-Shop kaum angegeben.

Nehmen wir einen der führenden e-Book-Händler Google Play als Beispiel. Google Play behält beim Verkauf eines e-Books 45% des Verkaufspreises als Händlerprovision ein. Verlage oder Self-Publishing-Dienstleisster erhalten dann noch 55% des Verkaufspreises von Google ausgezahlt. Das wäre der „Verlagsertrag“. Hiervon erhalten Autoren dann 70%. Ein Beispiel mit absoluten Zahlen zeigt, dass diese Provision am Ende nicht sehr hoch ist (s.u.):

Diese 1,61 € entsprechen 38% des Verkaufspreises (Nettoladenpreis). Bei tredition erhalten Autoren bei jedem e-Book-Verkauf über e-Book-Shops stets 40% des Nettoladenpreises.

Die Höhe der Autorenprovision hängt also vor allem vom Verhandlungsgeschick des Self-Publishing-Dienstleisters mit den e-Book-Shops ab. Je höher der „Verlagsertrag“ desto höher die Provision. Die Höhe des Verlagsertrages bei den jeweiligen e-Book-Shops wird jedoch von kaum einem Self-Publishing-Anbieter vor der Veröffentlichung ausgewiesen. De facto bedeutet das, dass man als Autor die absolute Höhe seiner e-Book-Provision nicht kennt.

tredition weist deshalb die Provision als feste, absolute Größe aus, so dass Autoren vor der Veröffentlichung die Höhe der Provision genau kennen.

Die Provision berechnet sich nach diesem Schema:

e-Book Verkaufspreis (brutto)
e-Book Verkaufspreis (netto)
– Handelsrabatt für Google Play (45%)
——————————————————————————–
= Verlagsertrag oder Nettoerlös (55%)
– Provision für Self-Publishing-Dienstleister (30% vom Verlagserlös)
——————————————————————————–
= Auszahlung an den Autor (70% vom Verlagserlös)

4,99 €
4,19 €
– 1,89 €
————–
2,30 €
-0,69 €
————–
1,61 €

Höhere Einzel-Provisionen zum Preis von Exklusivität

Amazon, Apple, Kobo & Co. bieten höhere Autorenprovisionen bei e-Book-Veröffentlichungen an. Als Gegenleistung räumt ein Autor diesen Händlern Exklusivität für sein Buch ein. Das bedeutet, wer sein Buch beispielsweise bei Amazon mit Kindle Direct Publishing Select veröffentlicht, darf sein Buch „weder verkaufen oder vertreiben noch sonst jemandem das Recht zum Verkauf oder Vertrieb ihres digitalen Buchs in digitaler Form erteilen“ (Auszug aus den Geschäftsbedingungen).

Mit einer Veröffentlichung bei tredition ist Ihr e-Book nicht nur bei Amazon, Apple sondern bei weiteren 300 e-Book-Shops weltweit verfügbar. Es ist nachvollziehbar, dass ein Autor dadurch eine viel größere Aufmerksamkeit für sein Buch erhält, je größer die Anzahl der Shops ist, in welchen ein Buch verfügbar ist.

Verfügbarkeit im Handel – ISBN reicht nicht aus

Ein Buch kann nur dann erfolgreich sein, wenn es im Buchhandel gut bestellbar ist. Dafür reicht eine ISBN bei weitem nicht aus. Dennoch suggerieren Self-Publishing-Dienstleister, dass man damit „Leser weltweit erreichen“ kann.

Die beste Methode einen Self-Publishing-Dienstleister zu prüfen, ist dessen Titel bei den Buchhändlern zu suchen. Geben Sie einfach den Namen des Dienstleisters in das Suchfeld ein:

Bei Amazon gilt es noch darauf zu achten, ob ein Buch von Amazon direkt verkauft wird oder ausschließlich über den Amazon Marketplace. Das hat zur Folge, dass Leser mindestens 3,00 € Versand zahlen müssen. Bei einem Taschenbuch ist das ein unverhältnismäßig hoher Preis.

Prüfen Sie auch wie die Titel der Dienstleister international verfügbar sind:

Finanzierung einer Druck-Auflage

Einige Anbieter bieten Autoren die Möglichkeit an, eine Auflage vorzufinanzieren und suggerieren, dadurch höhere Provisionen erlangen zu können. In gutem Glauben, mehr verdienen zu können, zahlt ein Autor am Ende bei dieser Variante jedoch immer dazu und erleidet sogar einen Verlust.
Bei den Darstellungen werden die negativen Seiten des Buchhandels, nämlich die Remissionen und die unverkaufte Auflage nicht dargestellt. Laut einer Studie des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels (siehe Publikation im Börsenblatt) werden mindestens 7,5% der verkauften Exemplare remittiert, also vom Buchhandel retourniert. Diese Bücher sind meistens beschädigt und daher unverkäuflich. Außerdem werden Auflagen meist nicht vollständig abverkauft. Erfahrungsgemäß bleiben min. 10% übrig. Von diesen „Überauflagen“ profitieren ganze Handelsketten wie z.B. Jokers. Unter diesen Voraussetzungen machen Autoren bei einem Paperback-Buch mit 200 Seiten zu einem Ladenpreis von 13,90 € genau 223,65 € Verlust wie das folgende Beispiel zeigt.

Beispiel Finanzierung einer Auflage

Höhe der Auflage (Stk.)
Anzahl Remissionen (7,5%, gem. Börsenverein)
Unverkaufte Exemplare am Ende (10%)
Verkaufte Exemplare
Ladenpreis (inkl. 7% MwSt.)
Autorenhonorar pro Exemplar (laut Preisrechner eines Anbieters, exkl. MwSt.)

200
-15
-20
165
13,90 €
1,19 €

Berechnung Autorenhonorar
Druckkosten der Auflage von 200 Stk. (inkl. 7% MwSt.)
Rückerstattung Druckkosten für 165 verkaufte
Exemplare
Autorenhonorar für 165 verkaufte Exemplare
 – 1.834,30 €
+ 1.414,30 €
+ 196,35 €
Netto-Autorenhonorar

– 223,65 €

Noch schlimmer wird es, wenn der Autor auf weiteren Exemplaren sitzen bleibt. Verdient hat nur der Veröffentlichungsanbieter, der an seinen Autor 200 Bücher für 1.834,30 € verkauft hat.

Bei denselben Rahmendaten verdient ein Autor bei tredition übrigens 1,65 € Netto-Provision anstatt 1,19 € bei dem anderen Anbieter. Bei tredition verdient ein Autor also 39% mehr – OHNE eine Auflage etc. finanzieren zu müssen.